Am Mittwoch war in der FH eine Art Kontaktmesse, zu der einige Firmen der Umgebung kamen um sich vorzustellen. Es ist ein irres Gefühl, wenn man auf so eine Firma zugeht und sich vorstellt als jemand, der genau das Fach studiert, dass sie brauchen, sogar noch eine Ausbildung in dem Bereich gemacht hat, genau in der Branche (bei der Konkurrenz), und sehr interessiert ist das Praxissemester in eben diesem Unternehmen zu machen und dafür nicht nur ein Lächeln sondern ein breites Grinsen erntet, mit der eindringlichen Bitte eine Bewerbung zu schicken. Und das nicht nur von einem Unternehmen.
Mach ich doch glatt ![]()
Vom zweiten Unternehmen habe ich sogar schon eine Email erhalten mit der Bitte um meine Bewerbungsunterlagen. Da werde ich mich nächste Woche mal dran setzen. Doof ist nur, dass ich noch keine Ahnung habe, wann das Praxissemester beginnen wird. Ich kenne nur den groben Zeitraum.
Mir klingen übrigens immer noch die Worte einer früheren Freundin in den Ohren. Als ich nach der Ausbildung sagte, dass ich das Abi nachhole und studieren möchte meinte sie, dass ich die Ausbildung dann ja völlig umsonst gemacht habe. Ja, war total umsonst.
Deswegen habe ich auch im Moment das Gefühl, dass mir nach dem Studium Tür und Tor offen stehen, obwohl ich eine Frau bin!
Ein wirklich tolles Gefühl!
Zum Abschluss dieser Messe gab es noch eine Podiumsdiskussion mit zwei Unternehmensvertretern, zwei Vertretern der Hochschule, einer Hand voll Studenten und weiterer Firmenvertreter als Zuschauer/-hörer. Der Geschäftsführer (?) eines örtlichen Prüfunternehmens warf die These in den Raum, dass die Umstellung der Studiengänge auf den Abschluss Bachelor das Schlimmste war, was man machen könnte, wo das Diplom doch weltweit so etabliert war.
Alles andere als ermutigend muss ich sagen. Gott sei Dank weiß ich, dass die Firmen das nicht so sehen. Auf mein Nachfragen bekam ich bisher immer gesagt, dass es nicht darum geht, welchen Abschluss man hat, sondern DASS man einen hat.
Ernüchternd die Aussage des Rektors, dass man ausländische Studierende an die FH holen möchte, indem man Stipendien anbietet. Dass die deutschen Studenten sich auch über ein Stipendium freuen würden, für das man nicht gleich einen ganzen Roman an Voraussetzungen erfüllen muss scheint egal zu sein.
Interessant das Gerede eines Unit Managers einer Firma für Anlagenbau. Erst erzählt er, dass die Firmen Absolventen brauchen, die „ready to work“ sind, also sofort voll einsatzbereit mit dem kompletten Wissen und Berufserfahrung, wenige Minuten später dann die Aussage, dass die Firma auf jeden Fall Absolventen braucht, die das Grundwissen haben, die man aber auf die Firma zuschneiden kann, so formen, dass es ins Firmenprofil und zu den spezifischen Anforderungen passt.
Ja was denn nun??
Aber bei genau diesem Herren haben wir uns im Anschluss mal darüber ausgelassen, dass Stipendien für inländische Studierende nicht unwichtig sind, da man sich sonst zwar 1000 Ausländer rein holt, dafür aber 5000 Deutsche verschwinden können. Und das kann wohl kaum im Sinne der Unternehmen sein, bei 90000 freien Ingenieursstellen.
Nett auch, dass genau dieses Unternehmen verlauten ließ, dass keine Diplomarbeiten betreut werden, genau so wenig Praxissemester. Der Unit Manager konnte das gar nicht glauben.
Ich denke, dass wird nicht unbedingt das Unternehmen meiner Wahl, wenn es ums Praxissemester, die Bachelorarbeit oder sogar eine Berufstätigkeit geht.
