Es geht seinen Lauf.
Ich war Ende August in der Klausureinsicht in Mathe. Ich hätte es mir schenken können… Ganz ehrlich, sowas wie da ist mir noch NIE passiert!
Ich habe versucht ganz sachlich zu erklären, dass der werte Herr Professor in einer Klausur des ersten Semesters nicht einfach Stoff des zweiten Semester dran nehmen darf. Ich habe versucht ihm freundlich zu erklären, dass wir den Stoff nie in Mathe I gemacht haben sondern nur in Mathe II. Ich habe versucht zu erläutern, dass auch andere Professoren nicht einfach Themen höherer Semester in ihre Klausuren packen dürfen wie sie lustig sind. Ich war wirklich ruhig und sachlich, ich habe auch mehrfach betont, dass es mir nicht um meine Note geht, denn die war ich selber schuld, sondern nur ums Prinzip.
Aber es war alles zwecklos. Angeblich haben wir den Stoff in Mahte I gemacht, aber selbst wenn wir das nicht gemacht haben müsste ich den Stoff können, da wir ihn ja ihn Mahte II durchgenommen haben. Und außerdem sein es Abiturwissen. Also jegliches Diskutieren zwecklos. Auch dass Mahte I Analysis heißt und Mathe II eben Integralrechnung (und lineare Algebra) interessiert den werten Herrn nicht. Für ihn sei das Mahte I und II und basta! Und er würde bestimmen, was in welche Klausur kommt. Außerdem hat er das ja alles in der Vorlesung gemacht, denn er war ja soooo schnell, dass er das erste Thema nach maximal (!) zwei Doppelstunden schon durch hatte. Dass er dafür nicht 4 Stunden sondern 8 Wochen gebraucht hat, wollte er absolut nicht glauben. Auch seien meine Unterlagen kein Beweis, die könnten ja gefälscht sein. Und mir weitere Kommilitonen als Zeugen zu holen ebenfalls ohne Sinn, da wir in der Vorlesung nur zu dritt oder viert waren und ihm das nicht reicht!
Irgendwann, nachdem ich mein gesamtes Schimpfwörterrepertoire runtergeschluckt habe und mehrmals tief ein- und ausgeatmet, habe ich dem werten Herrn dann mal gesagt, wie dankbar ich bin, mit Mathe nie wieder was in der Form zu tun zu haben. Außerdem der Satz: „Herr **, nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich finde das, gelinde gesagt, absolute Scheiße!“ Freundlicher gings echt nicht mehr.
Ich habe mich natürlich an die Fachschaft gewandt, denn das lasse ich so sicherlich nicht auf mir sitzen. Diese Sturheit war schon unverschämt, dieses Ausnutzen der eigenen Position. Nur weil er Professor ist und ich Student soll er mal nicht meinen, dass er machen kann was er möchte, ohne sich an Regeln und Vorgaben zu halten.
Die Fachschaft hat das Anliegen an den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses weiter geleitet, welcher sich an den Professor gewandt hat. Außerdem wurde der Institutsleiter darüber in Kenntnis gesetzt. Beide, also der Institutsleiter und der Prüfungsausschussvorsitzende sind der Meinung, dass der werte Herr Professor die umstrittene Aufgabe aus der Klausur streichen muss, weil er sich an den Lehrplan halten muss und nicht einfach Stoff von folgenden Semestern in die Klausur packen darf.
Bis das passiert wird noch etwas Zeit ins Land gehen, da eine Sitzung einberufen wird um das zu besprechen, allerdings erst nach den Ferien. Aber egal, ich hab ja Zeit, ich bin ja noch ein paar Semester an dieser Schule. Und außerdem geht es mir tatsächlich weniger um meine eigene Note als um kommende Semester, die sich auch wieder mit diesem Professor rumschlagen müssen.
Um dem ganzen eine Krone aufzusetzen hatte der werte Herr Prof. letzte Woche sehr kurzfristig eine Übung abgehalten, für die, die jetzt erst die Mathe-Klausur schreiben. Wirklich sehr fair, dass die jetzt genau wissen, was in die Klausur kommt, während wir uns überraschen lassen durften.